Lebenslauf - Biography
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Heinrich
Julius Müller
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Gelobet sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesus Christi, des Vaters der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes. 2 Kor. 1:3 Am 12 Dezember im Jahre des Heils, 1837, wurde ich von christlichen Eltern zu Teyndorf geboren. Mein Vater Heinrich Müller war Kuhhirte daselbst, meine Mutter Catherine Marie, geb. Tewes. Getauft wurde ich am anderen Tage den 13. Dezember zu Rosche. Ich erhielt die christlichen Namen Heinrich Julius. Wie ich nun heranwuchs, wurde ich im Christentum unterrichtet und erzogen. Das kann ich gerade nicht sagen, dass meine Eltern im rechten lebendigen Glauben standen, denn damals wusste man nicht viel vom Glauben. Aber das muss ich doch bekennen, ich hatte eine sehr strenge Erziehung, ich wurde schon früh an Gottes Wort gehalten. Sie erreichten es auch, dass ich bald fertig lesen konnte. Wie ich 2 Jahre alt war, kamen wir nach dem Gute Göddenstedt hin zu wohnen. Das ist eine gute Stunde von der Schule entfernt. Nun war es zu der Zeit so, dass wir vor 7 Jahren nicht zur Schule zu gehen brauchten. Als ich 7 Jahre alt war, wurde ich zur Schule geschickt, bei dem Herrn Küster Ehlers zu Rosche, von der Schule hielten mich meine Eltern nie zurück, es war meine Lust in die Schule zu gehen, dass wenn ich nicht aus Not zu Hause bleiben musste, blieb ich nie zurück. Als ich 10 Jahre alt war, da entschlief meine Mutter, wie ich wohl hoffen darf, selig. So bin ich 2 Jahre ohne Mutter gewesen, da gab der liebe Gott und Heiland mir eine andere Mutter wieder, die ich bis jetzt noch habe, die auch den Herrn Jesum lieb hat, ebenso mein Vater, der auch noch lebt und den Herrn Jesum lieb hat. Über meinem Lehrer kann ich nicht klagen, er hat mich in Gottes Wort unterrichtet, ob er wohl den rechten Glauben nicht hatte, weil er mit der Welt ginge. Aber mein Pastor, wo ich bei im Konfirmantenunterricht gegangen bin, den kann ich nicht loben, weil er Gottes Wort nicht viel gebrauchte, er hiess Lewien. Wie ich etwas über 14 Jahre alt war, wurde ich konfirmiert und dann zum ersten Mal zum heiligen Abendmahl zugelassen am 4. Mai, 1852. Da musste ich gleich aus meines Vaters Hause weg und beim Bauern dienen, da wurde ich gleich an demselben Tag von der Welt hingerissen. Wenn ich jetzt daran gedenke, so muss ich mit Schmerz bereuen den Tag, da ich abgefallen bin von meinem Heilande. Es wurde vor der Welt uns nicht gewarnt, und den Teufel, der sein Wesen hier hat in der Welt, weil unser Pastor selbst nicht bekehrt war. So ging ich mit auf die breite Strasse der Welt und liess mich an demselben meinem Konfirmmationstag, wo ich meinem Heilande Treue geschworen hatte, von den Kindern der Welt hinreissen. Mein Gewissen sagte wohl, dass es Sünde sei, aber ich konnte nicht widerstehen. So habe ich die schöne Jugendzeit so leichtsinnig verschwindet und dem Teufel gedient. Durch Gottes Gnade bin ich von groben Sünden freigeblieben. Wenn ich aber auf alle die Sünden zurückblicke, so muss ich wie der Zöllner an meine Brust schlagen und sprechen: Gott sei mir Sünder genädig! Luk 18. So bin ich bis zum 23 Jahre in der Welt hingegangen ohne einen Heiland. Er ging mir nach aus Erbarmen bis ich endlich einsah, dass ich vom Teufel betrogen sei. Da war mein Gevatter Tewes, der hielt mir vor, dass ich so nicht selig werden konnte, ich müsste mich bekehren zu Jesu. Und dann kamen Wittrocks Predigten dazu, und der Geist Gottes fing immer mehr zu arbeiten an meinem Seele, und ich kam immer mehr zur Erkenntnis der Wahrheit, dass ich der Welt gänzlich den Abschied gab. Wie ich aber einsah, dass man ohne Jesum so unglücklich ist und ein Knecht des Teufels und der Verdämmnis, da kam auch die Not der armen Heiden vor meine Seele, dass die alle verloren gehen ohne Jesum. Dann konnte ich da nicht länger aushalten, ich bat meine Eltern, sie möchten doch zugeben, ich wollte Missionar werden, wenn es Gottes Wille wäre. Das kam ihnen fremd vor, sie verstanden nichts von der Mission und sagten, ich sollte dableiben, da könnten wohl andere hingehen, ich sollte nicht hingehen. Aber ich bat den lieben Gott und Heiland auf meinem Knien, der mir das Herz gelenkt hatte, Er möchte auch ihnen das Herz lenken, wenn es sein Wille wäre, und es geschah auch, dass sie bewilligten. So kam ich im Jahre 1863, den 3. Oktober, nach Hermannsburg, als Dienstknecht bei dem Herrn D. Brammer, denn ich bin immer Bauerknecht gewesen. Und meldete mich gleich bei Ihrem seligen Bruder zum Missionsdienste, wenn es des Herrn Wille wäre. Er sagte zu mir, ich müsste die Aspirantenschule besuchen, ob ich auch die Gaben hätte. Nachdem ich drei Winter die Schule besucht habe, bin ich durch Gottes Gnade meinem Ziele immer näher gekommen, dass ich vom 2. Mai, 1866, mit aufgenommen bin ins Missionshaus. Hermannsburg, den 18. Mai, 1866
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Blessed be the God and Father of our Lord Jesus Christ, the Father of mercies and God of all comfort. 2 Cor. 1:3
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