Maginot-Linie im Krieg 1939-1940

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Kämpfe

"If you entrench yourself behind strong fortifications, you compel the enemy to seek a solution elsewhere."                   Carl von Clausewitz (1780-1831), Prussian Military Theorist  

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Eine 42cm Haubitze von Skoda welche im Sektor Haguenau benutzt wurde um die Maginot-Linie zu bombard

Erfolg oder Misserfolg?

 

Die Maginotlinie wird allgemein mit einem Versagen in Verbindung gebracht. Kritiker halten sie für den Hauptgrund der erstaunlichen militärischen Niederlage 1940. Die Befestigungen, so sagen die Kritiker, entzogen der Französischen Armee Geld und schafften eine defensive Grundeinstellung mit der die Französische Armee zur Niederlage verdammt war.

 

Neuere historische Arbeiten (seit den 90er Jahren) sind anderer Ansicht. Sie argumentieren dass die Maginot-Linie genau das tat was sie tun sollte indem sie die Deutsche Armee zwang durch Belgien anzugreifen statt über die Deutsch-Französische Grenze nach Elsaß und Lothringen. Diese Historiker glauben der Grund für Frankreichs Niederlage lag an der Unkenntnis der französischen Kommandeure über moderne Kriegsführung und an einem fehlerhaften Plan und nicht an der Maginotlinie.

 

Ein Artikel der diesen Standpunkt zusammenfasst gibt es unter dieser Verknüpfung:

"Putting a Stop to the Hearsay about the Maginot Line" by Col. Lalanne-Berdouticq

Wie so oft bei geschichtlichen kontroversen liegt die Wahrheit irgendwo zwischen diesen beiden Standpunkten von denen keiner die tatsächliche Leistung der Maginotlinie in den Kämpfen berücksichtigt. Zusätzlich erschwert wird dies durch die Tatsache, dass viele Historiker sich zu sehr auf fehlerhafte Sekundär-Quellen verlassen denen es an objektiver Analyse der Primärquellen und der Analyse der Schlachtfelder fehlt um die Lücken zu füllen und die Fehler zu korrigieren die bei der Geschichtsschreibung der Maginot-Linie bisher gemacht wurden.

Der Westfeldzug

Der Deutsche Feldzug im Westen basierte auf zwei großen Operationsplänen: „Fall Gelb“ und „Fall Rot“. Fall Gelb behandelte die Zerstörung der Alliierten Streitkräfte in Belgien, den Niederlanden und Nordfrankreich. Fall Rot war der Stoß nach Frankreich hinein. Während Fall Gelb vermieden die Deutschen Truppen es absichtlich einen direkten Angriff gegen die Maginot-Linie zu führen, außer in der Nähe der Städte Sedan, Maubeuge und Lille welche auf dem Weg der Panzerformationen lagen um den Kanal zu erreichen.

Die Hauptaktion im Fall Gelb war der Angriff der Heeresgruppe A durch Ost-Belgien und die Wälder der Ardennen. Der Vorstoß der Heeresgruppe A wurde unterstützt durch den Angriff der Heeresgruppe B in die Niederlande und West-Belgien. Im Süden verteidigte die Heeresgruppe C die Deutsch-Französische Grenze und band dort französische Einheiten welche in den Ardennen fehlten.

Nach dem Sieg über die alliierten Kräfte in Belgien führte die deutsche Armee Fall Rot durch um den Rest der Französischen Armee zu zerstören und einen großen Teil Frankreichs einzunehmen bevor die französische Regierung am 25. Juni kapitulierte.

Während des Westfeldzugs führte die Deutsche Armee fünf Offensiven gegen die Maginotlinie durch. Einen während des Fall Gelb (10 Mai bis 4. Juni) und vier weitere während Fall Rot (5. bis 25.Juni). Der größte Teil der Kämpfe an der Maginotlinie erfolgte also erst spät während des Feldzugs; nach der Evakuierung der alliierten Streitkräfte in Dünkirchen (26. Mai bis 4. Juni) und dem Fall von Paris am 14. Juni. Trotzdem war die Maginotlinie an einigen erwähnenswerten Kämpfen beteiligt.

Bis zum 19.Juni hatten die Deutschen Truppen die Maginotlinie vom Rest Frankreichs abgeschnitten. Viele Werke blieben intakt und ergaben sich erst nach dem Waffenstillstand.

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Die wichtigsten Kampfhandlungen

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Turm der Kasematte Heronfontaine: ein Duell mit einer 8,8cm Flak

1.  Angriff auf die Grenzverteidigungen (13-27. Mai)  Während des Vormarschs zum Kanal überschritten 4 Panzerkorps der Heeresgruppen A und B die Maas und überrannten die Grenzverteidigungen ebenso wie mehrere Werke in der Gegend von Maubeuge.

 

 

 

 

 

 

 

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Zerstörter Turm des Werkes La Ferté

2.  Umfassung der Linken Flanke (17. Mai bis 21. Juni)  Nach dem Deutschen Durchbruch bei Sedan nahm eine Infanteriedivision der 16. Armee das westlichste Fort der maginotlinie was zur Aufgabe weiterer benachbarter Forts führte. Später, während des Vorstoßes nach Frankreich hinein umgingen mehrere Infanteriedivisionen das westliche Ende der Maginotlinie.

 

 

 

 

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Gräber gefallener deutscher Soldaten an der Kasematte C13 in der Nähe des Ortes Francaltroff

3.  Durchbruch im Zentrum (14. bis 22. Juni)  Neun Infanteriedivisionen der 1. Armee griffen vier Festungs-Infanterieregimenter die sich im Saar-Abschnitt verschanzt hatten. Nach harten Kämpfen brachen die Deutschen durch die Verteidigungszone und brachen die Maginotlinie in zwei Teile.

 

 

 

 

 

 

 

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das Ergebnis der harten Kämpfe um die Kasematte Markolsheim Nord

4.  Sturmübergang über den Rhein (19. bis 20. Juni)  Fünf Infanteriedivisionen der 7. Armee führten einen Sturmübergang des Rheins gegen zwei Festungsdivisionen durch. Sie drangen durch die Verteidigungszone und nahmen die Städte Colmar und Straßburg.

 

 

 

 

 

 

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Einschläge von 8,8cm Flak-Granaten an der Kasematte Oberrödern Nord

5.  Angriff gegen die rechte Flanke (19. bis 20. Juni)  Die 1. Armee unternahm zwei Angriffe in der Stärke von jeweils einer Infanteriedivision im Bereich des Nordelsass. ein Angriff durch die Vogesen durchbrach einen schwach verteidigten Abschnitt der Maginotlinie. Ein zweiter Angriff im Bereich Haguenau scheiterte.

 

 

 

 

 

 

 

Zusammenfassung der Angriffe

Zehn Werke der Magnotlinie (alles kleinere Werke) wurden angegriffen und von der Deutschen Armee erobert bevor die Französische Regierung den Waffenstillstand am 22. Juni unterzeichnete. Weitere vier Werke, davon zwei große Werke wurden von ihrer Besatzung geräumt.

Werk
Tag der Einnahme
Siegreiche  Division
La Ferté
19. Mai
71. I.D.
Bersillies
21. Mai
28. I.D.
La Salmagne
22. Mai
28. I.D.
Boussois
22. Mai
28. I.D.
Les Sarts
23. Mai
28. I.D.
Eth
26. Mai
253. I.D.

Chenois

13. Juni

Geräumt
Thonnelle
13. Juni
Geräumt

Veslosnes

13. Juni

Geräumt

Bois de Bousse
???
Geräumt
Bambesch
20. Juni
167. I.D.
Kerfent
21. Juni
167. I.D.

Haut Poirier

21. Juni
262. I.D.
Welschoff
24. Juni
262. I.D.

Zwei Werke widerstanden Angriffen von Infanterie mit Artillerieunterstützung.

Werk

Tag des Angriffs

Angreifende Division

Fermont
17.-21. Juni
183. I.D.
Einseling
21. Juni
167. I.D.

Acht Werke wurden nur durch Bomber und Artillerie angegriffen.

Werk
Tag des Angriffs

Angeifende Division

Mont-des-Welches

21. Juni
95. I.D.
Michelsberg
21. Juni 
95. I.D.
Laudrefang
20.-24. Juni 
167. I.D.
Teting
20.-24. Juni
167. I.D.

Lembach

18. Juni  
215. I.D.   
Four-a-Chaux
19. Juni
246. I.D.
Hochwald
19.-22. Juni
246. I.D.
Schoenenbourg
20.-22. Juni
246. I.D.