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Hintergrund
Die Maginot-Linie welche nach dem französischen Verteidigungsminister André Maginot benannt wurde, war eine Reihe von
Festungen, die errichtet wurden, um die Grenzen Frankreichs mit Deutschland und Italien zu schützen. Historiker und Autoren
weichen in der Interpretation ab was mit dem Namen „Maginot-Linie“ eigentlich gemeint ist.
Die Bezeichnung beschreibt manchmal die ganze Grenzverteidigung Frankreichs welche vor dem Zweiten Weltkrieg erbaut
wurde oder nur die großen und komplizierten Werke („ouvrages“ auf französisch) die Deutschland und Italien
wirklich gegenüberstanden. Diese unterschiedlichen Deutungen resultieren aus der Weise, in der sich die Maginot-Linie während
seiner Planung und Baus entwickelte, und der abschließenden Form, die durch die zahlreichen Verstärkungsbauten entstand. Diese
wich erheblich von der ursprünglich Planung ab. Die Autoren dieser Website teilen die Ansicht, dass die Maginot-Linie die
gesamte französische Grenzverteidigung umfasst.
Geplant in den 1920er Jahren und in den 30er Jahren erbaut, war die Maginot-Linie ein direktes Resultat der Erfahrung
Frankreichs im Ersten Weltkrieg. Der Zweck der Linie war es eine Invasion solange aufzuhalten bis die französische Armee völlig
mobilisiert wäre um dann als Basis für eine Gegenoffensive zu dienen.
Struktur
der Maginotlinie
Die
Maginotlinie war eine Festungslinie, was bedeutet es handelte sich um eine Reihe von Forts welche in einer ununterbrochenen
Reihe erbaut wurden. Diese Forts waren in Abhängigkeit vom Gelände etwa 15km voneinander entfernt. Zwischen den Forts waren
Kasematten erbaut worden welche die Verteidigung der Forts ergänzten. Die Forts und Kasematten wurden verbunden durch ein
Panzerabwehr- und Drahthindernis. Zusammengefasst bildeten die Forts, Kasematten und der Hindernisgürtel die eigentliche Befestigungslinie
welche das Rückgrat der ganzen Maginotlinie darstellte. Diese Linie verlief parallel zur Grenze etwa 10km innerhalb Frankreichs.
Obwohl
die Maginot-Linie ein System linearer Verteidigung darstellte war die Tiefe dieser
Linie (von der Grenze bis zu den Versorgungseinrichtungen) zwischen 20 und 25 Kilometern tief. Eine Vielzahl von Befestigungen,
Vorposten, Sperren an den Hauptstrassen, Unterstände für lokale Infanteriereserven erweiterten die Maginotlinie in eine Befestigungszone
mit den Werken und Kasematten als Mittelpunkt.
Keine
zwei Befestigungen der Maginotlinie waren exakt gleich. Die verschiedenen Elemente wurden an das Gelände angepasst und so
kombiniert wie es nötig war um eine Verteidigungszone zu bilden. Wichtigste Elemente der Linie waren:
1. Forts oder Werke („ouvrages“). Das wichtigste Verteidigungsmittel der Maginotlinie war das „ouvrage“
(wörtlich übersetzt ein „Werk“) oder Fort. Davon gab es zwei Basistypen – grosse Werke (gros ouvrages) und
kleine Werke („petit ouvrages“). Die großen Werke waren zwei- bis dreimal größer als die kleinen Werke und wurden
auch als Artilleriewerke bezeichnet da sie mit 7,5cm und 13,5cm Haubitzen ausgestattet waren. Kleine Werke wurden als Infanteriewerke
bezeichnet da sie nur mit Infanteriewaffen bestückt waren wie 3,7cm oder 4,7cm Panzerabwehrkanonen und 8,1cm Granatwerfer.
Die Forts hatten normalerweise mehrere Kampfblöcke und Eingänge die durch ein Netzwerk unterirdischer Tunnel miteinander verbunden
waren. Diese Kampfblöcke und die unterirdischen Tunnel oder Galerien enthielten die Infrastruktur die nötig war um die Waffensysteme
und die Mannschaften zu unterhalten, also Kommandostände, Kraftstationen, Ventilation, Mannschaftsunterkünfte, Küchen, Munitionsdepots
und Werkstätten. Die Besatzung eines kleinen Werkes bestand aus 100 bis 200soldaten währen ein großes Werk 500 bis 1000 oder
noch mehr Soldaten aufnahm.

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| Kleines Werk Bois-du-Four |

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| Fort Rochonvillers: Munitionseingang |

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| Block 2 des Werkes Kobenbusch: Infanterie-Kampfbunker |

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| Fort Simserhof: Hauptgallerie mit elektrisch betriebenem Zug |

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| Fort Simserhof: Hauptmaschinenraum |

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| Fort Simserhof: Kommandozentrale |

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| Fort Simserhof: Hauptgallerie mit elektrisch betriebenem Zug |

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| Block 8 des Werkes Metrich: 7,5cm Zwillings-Kanonenturm |

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| Block 5 des Werkes Hackenberg: Artilleriekasematte mit drei 7,5cm Kanonen |

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| Block 2 des Werkes Hackenberg: 7,5cm Zwillings-Kanonenturm |

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| Block 2 des Werkes Hackenberg: 7,5cm Zwillings-Kanonenturm |

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| Block 3 des kleinen Werkes Bovenberg |
2.
Intervallkasematten. Kasematten gab es in mehreren Varianten aber in der Regel waren es Bauten aus Stahlbeton mit zwei Etagen.
Die unterste Etage lag unter der Erde und enthielt die Versorgungseinrichtungen (Stromgeneratoren, Munitionslager, Truppenunterkünfte).
Die obere Etage war ebenerdig. Sie enthielt mehrere Kampfräume bewaffnet mit Zwillings 7,5mm Maschinengewehren und 3,7cm oder
4,7cm Panzerabwehrkanonen. Kasematten hatten typischerweise eine oder mehrere bewaffneter Panzerkuppeln zur Beobachtung und
Verteidigung. die Besatzung bestand aus etwa 20 bis 30 Mann.

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| Kasematte Grand Lot |

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| Kasematte Koenigsmaker Sud |

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| Kasematte Sinnersberg Est |
3.
Beobachtungsbunker und Unterstände. Beobachtungsbunker waren speziell für diesen Zweck erbaute Kasematten aus Stahlbeton die
besonderen Optiken und Artilleriebeobachter enthielten die feindliche Kräfte entdecken und das Artilleriefeuer der nahe gelegen
Forts leiten sollten. Beobachtungsbunker lagen auf Hügeln in der Nähe von Artilleriewerken. Hinter der eigentlichen Festungslinie
lagen Stahlbetonbunker für eine ganze Infanterie-Kompanie von 200 bis 250 Soldaten. Einige dieser Großunterstände dienten
als Kommandoposten für die Infanterie der Zwischenräume der Kasematten und Werke.

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| Abri (Großunterstand) d´Ising |
4.
Hindernisgürtel. Forts und Intervallkasematten wurden durch Panzerhindernisse und dichte Drahthindernisse verbunden. Die Panzerhindernisse
waren entweder Reihen von Eisenbahnschienen (bis zu 6 Reihen) vertikal in den Bodenversenkt oder breite Panzergräben. Panzerhindernisse
blockierten auch alle Strassen durch die Festungszone. Das Panzerhindernis war verbunden mit einem dichten Gürtel aus Drahthindernissen.
Zusammen liefen diese Hindernisse die ganze Länge der Linie entlang, unterbrochen nur von ohnehin unpassierbaren Stellen.

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| Panzerhindernis |

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| Panzerhindernis nahe Werk Schiesseck |

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| Drahthindernis |

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| Panzergraben im Saar-Abschnitt |

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| Panzergraben im Saar-Abschnitt |

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| Panzersperren zum Blockieren einer Straße |
5. Feldbefestigungen. nachdem der bau der Hauptwerke
der Maginotlinie beendet war und die französische Armee die Werke besetzt hatte bauten Soldaten und Pioniere weitere Betonbunker
um die Festungslinie zu ergänzen. Diese Feldbefestigungen kamen in einer Vielzahl von bauformen vor und waren von sehr unterschiedlicher
Qualität. In den Ausschnitten in denen keine Forts oder Intervallkasematten erbaut wurden waren die Feldbefestigungen die
eigentlichen Verteidigungsbauten und waren im Allgemeinen nur zur lokalen Verteidigung geeignet.

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| Bunker nahe Lille |

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| Bunker im Saar-Abschnitt |
Für eine Beschreibung und aktuelle Photos der bauten der maginotlinie sei hier auf den Wikipedia-Eintrag
zur Maginotlinie verwiesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Maginotlinie
Maginotlinie in Zahlen
Forts
22
Kleine Werke
36
Kasematten
311
Großunterstände
78
Beobachtungsbunker 14
Bunker aller Art ca. 4000
Bau der Linie
Die Hauptbauphase lag zwischen 1930 und 1936 als die wichtigsten Werke gebaut wurden.
Danach wurde die Linie immer weiter ausgebaut bis zum deutschen Angriff im Mai 1940. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten
wurden einige Werke nur reduziert erbaut während viele Kasematten und andere Bauwerke nie fertig wurden. Ihnen fehlten noch
immer Waffen oder Panzerkuppeln. Als Ergebnis waren die Forts und Kasematten welche für den Kampf 1940 zur Verfügung standen
in Zahl und Ausstattung schlechter als das was im ursprünglichen Plan vorgesehen war.
Die Maginot-Linie im Norden und Nordosten wurde in drei unterscheidbaren Phasen
erbaut:
1. 1930-1936. Bau der Befestigungen in den beiden Gebieten die durch eine Deutsche
Invasion am stärksten gefährdet waren. Diese wurden zu den beiden Festungsregionen Metz und Lauter manchmal auch Maginot Line
Proper oder Ancien fronts (alte Fronten) genannt. Die RF Metz schützte die Industrie und Minenanlagen um Metz und die wichtigsten
Bahnverbindungen Lothringens. RF Lauter schütze den Nordelsass von der Saar bis an den Rhein. Diese Abschnitte der Maginotlinie
waren die Stärksten.
2. 1936-1939
Nach der deutschen Wiederbesetzung des Rheinlandes wurde die RF Metz nach Westen bis Montmedy und die RF Lauter bis an die
Saar erweitert. diese Teile der Linie wurden bekannt als die verlängerte Maginotlinie oder die Neuen Fronten (Nouveaux fronts).
Befestigungen wurden auch erbaut in dem unbefestigten Teil der Saar zwischen RF Metz und Lauter sowie bei Lille – Maubeuge
entlang der Haupteinmarschrouten durch Belgien. Schließlich wurden auch noch die Befestigungen entlang des Rheins erbaut.
3. 1939-1940
sowie die Französische Armee die Maginotlinie besetzt hatte begannen die Truppen mit dem Bau von Feldbefestigungen entlang
der Grenze um die Werke zu verstärken und Lücken zu schließen.
Der Kampfeinsatz
Die Werke der Maginotlinie sollten nicht auf sich alleine gestellt kämpfen. Nicht
nur waren die Werke und Kasematten auf eine gegenseitige Unterstützung eingerichtet, sondern die Hauptkampflinie war mit zusätzlichen
Intervalltruppen und Artillerie verstärkt. In der Theorie sollt eine angreifende deutsche Streitmacht die Maginotlinie als
ein integriertes Verteidigungssystem bekämpfen müssen und nicht einzelne Werke oder Kasematten. in der Wirklichkeit wurden
beim deutschen Vormarsch die Intervalltruppen und Artillerie abgezogen um sie an anderer Stele zu verwenden. diese Entscheidung
nahm der Linie viel an wichtiger Feuerkraft und Reserven. Als die Deutschen angriffen kämpften sie daher nicht gegen die Maginotlinie
wie ihre Erschaffer sie erdacht hatten. Der Abzug der Intervalltruppen ist ein wichtiger Punkt der bei der Beurteilung der
Kampfleistung der Mainotlinie immer berücksichtigt werden sollte.
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